Geschichte Podcasts

25. Dezember 1943

25. Dezember 1943

25. Dezember 1943

Dezember 1943

1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
293031
>Januar

Pazifik

Alliierte Truppen landen auf Neubritannien



Weihnachten in Ortona

Im Dezember 1943 hatten die Alliierten die historische Hafenstadt Ortona an der italienischen Adriaküste erreicht. Die Stadt wurde von Hitlers Elite-Fallschirmjägern besetzt, denen er persönlich befohlen hatte, sie um jeden Preis zu verteidigen. Die kanadischen Truppen waren meist junge Freiwillige in den Zwanzigern, die es genossen, Stadt für Stadt zu befreien, während sie schnell die Ostseite Italiens hinaufzogen. Die kanadischen Truppen trafen die Deutschen am Moro-Fluss, weniger als sieben Kilometer von Ortona entfernt. Es wurde gehofft, dass es einen Tag oder so des Kampfes geben würde. Stattdessen kämpften sich die Kanadier acht blutige Tage lang in die Stadt vor.

Die Schlacht von Ortona begann am 20. Dezember. Dieser Dezember war der feuchteste seit Aufzeichnungen. Der Moro-Fluss war mehr als zwei Meter gestiegen, und die umliegenden Felder wurden zu Schlammmeeren, die sich an die Soldaten klammerten, als sie versuchten, gegen Scharfschützenfeuer, Mörser, Artillerie und Panzer vorzudringen. Die Deutschen griffen wiederholt an und oft waren die Kämpfe Hand-in-Hand, als die Kanadier auf Ortona vorrückten. Was die Kanadier nicht wussten, war, dass sie kurz vor dem Zusammenstoß mit einer deutschen Verteidigungslinie standen, die die Deutschen ihre „Winterlinie“ oder Winterlinie nannten.

Die Straßen von Ortona waren eng und von Steinhäusern gesäumt. Die Deutschen hatten die Nebenstraßen abgesperrt und die Kanadier damit auf die einzige Straße, die breit genug für Panzer war, gezwungen, eine Autobahn durch das Zentrum von Ortona. Gebäude waren gesprengt worden, Trümmerhaufen bildeten die Straßensperren für die Panzer. Es war eine Falle. Als kanadische Sherman-Panzer durch die Straßen fuhren, wurden sie in die Luft gesprengt. Ein Gewirr von Landminen und Sprengfallen wurde in die Trümmer gelegt und Scharfschützen und Maschinengewehrschützen wurden an strategischen Stellen in der ganzen Stadt positioniert. Es war ein Kampf um jedes einzelne Gebäude in jeder Straße, um jeden Block in jeder Ecke der Stadt.

Der Feind benutzte jeden Trick und jede Waffe. Schwere Artillerie wurde in den Ruinen von Gebäuden platziert, um den deutschen Infanteristen Deckung zu bieten. Die Keller waren vollgepackt mit Sprengstoff, der von deutschen Ingenieuren aus der Ferne gezündet werden konnte. Die Deutschen sprengten ein Gebäude voller Kanadier und der einzige überlebende Soldat des Loyal Edmonton Regiments wurde drei Tage später aus dem Gebäude gezogen.

Einzelheiten

Infanterie des Edmonton-Regiments, unterstützt von Sherman-Panzern des Three Rivers Regiments, Ortona, Italien. 23.12.1943.
Foto: Bibliothek und Archiv Kanada PA-114030

Die Straßen waren Tötungszonen. Um sich vor Scharfschützenbeschuss zu schützen, setzten die Kanadier mit großem Erfolg eine Technik namens „Mauslöcher“ ein. Eine Sprengladung wurde aus Plastiksprengstoff geformt. Die Ladung wurde gegen die Innenwand eines Hauses gelegt und Soldaten sprengten ein Loch durch die Wand, um durch die angrenzenden Gebäude vorzudringen, ohne auf der Straße ausgesetzt zu werden. Die Kanadier benutzten Mauselöcher, um Haus zu Haus anzugreifen und den Feind einen Raum nach dem anderen zu säubern. Manchmal räumten sie ganze Blocks, ohne jemals einen Fuß auf die Straße gesetzt zu haben. Die bei Ortona so erfolgreiche Technik wird auch heute noch im Stadtkampf eingesetzt.

Einzelheiten

Mitglieder der Seaforth Highlanders setzen sich zu ihrem Weihnachtsessen zusammen.
Foto: Bibliothek und Archiv Kanada PA-152839

Am 25. Dezember 1943 war Weihnachten in Ortona. In einer ausgebombten Kirche in Santa Maria di Constantinopoli versammelten sich Mitglieder der Seaforth Highlanders in Schichten zu einem Weihnachtsessen ein paar Blocks von den Kämpfen entfernt. Sie hatten das Nötigste für diese besondere Mahlzeit zusammengesucht – Tischdecken, Porzellan, Bier, Wein, Schweinebraten, Apfelmus, Blumenkohl, Kartoffelpüree, Soße, Schokolade, Orangen, Nüsse und Zigaretten. Ein Organist spielte „Stille Nacht“ und für einige Momente herrschte ein Anschein von Normalität, als die Soldaten diese Worte inmitten des tobenden Krieges singen konnten. Aber sie mussten zu den Kämpfen zurückkehren. Für manche wäre es die letzte Mahlzeit.

Die Deutschen zogen sich zwei Tage nach Weihnachten zurück. Die Kanadier haben ihr Ziel erreicht, aber mit hohem Preis. Ortona war befreit worden und beendete den Monat, der als "Bloody December" in die Geschichte eingehen sollte. Es war der blutigste Kriegsmonat im Italienfeldzug mit 213 Toten allein in dieser Weihnachtswoche. Die Kanadier zahlten an diesem Weihnachtsfest in der Hölle einen schrecklichen Preis. Die Verluste der Kanadier bei Ortona machten fast ein Viertel ihrer Gesamtopfer in die gesamte italienische Kampagne.