Kriege

Nazi-Deutschland - Das Reichstagsfeuer

Nazi-Deutschland - Das Reichstagsfeuer

Die Fakten

Am 27. Februar 1933 um 22 Uhr erhielt die Berliner Feuerwehr den Ruf, dass das Reichstagsgebäude in Brand stecke.

Auf dem Gelände wurde ein junger Kommunist namens Marinus van der Lubbe entdeckt, der nur mit Hosen und Schuhen bekleidet war.

Eine Reihe kleiner Brände waren um das Gebäude herum angefacht worden, die meisten ergriffen jedoch keinen Einfluss, außer dass das Feuer in der großen Kammer ausbrach.

Van der Lubbe und vier weitere Kommunisten, Ernst Torgler, Georgi Dimitrov, Blagoi Popov und Vassil Tanev, wurden verhaftet und wegen Brandstiftung angeklagt und versuchten, die Regierung zu stürzen.

Obwohl van der Lubbe das Verbrechen gestand, glaubten viele, dass die wirklichen Schuldigen die NSDAP waren, wahrscheinlich Mitglieder der SA.

Der Fall gegen die Kommunisten

Auf dem Gelände wurde der bekannte Kommunist Marinus van der Lubbe entdeckt.

Marinus van der Lubbe hatte kommunistische Treffen organisiert

Marinus van der Lubbe gestand das Verbrechen.

Der Fall gegen die NSDAP

Die NSDAP war die größte Partei im Reichstag, verfügte jedoch nicht über eine klare Mehrheit. Der Ausschluss der kommunistischen Partei würde ihnen eine klare Mehrheit verschaffen.

Es ist fraglich, ob Marinus van der Lubbe Brände hätte auslösen können, die allein so viel Schaden angerichtet haben.

Marinus van der Lubbe hatte in der Vergangenheit die alleinige Verantwortung für Dinge übernommen, an denen er beteiligt war

Karl Ernst, Vorsitzender der Berlin SA, wurde belauscht und sagte, wenn er an der Entstehung des Feuers mitgewirkt hätte, wäre er dumm, es zuzugeben.

Die Konsequenzen

Am 28. Februar 1933 besuchte Adolf Hitler Präsident Paul Hindenburg und teilte ihm mit, dass das Feuer das Ergebnis einer kommunistischen Verschwörung sei. Hindenburg war überzeugt und unterzeichnete den als Reichstagsbrandverordnung bekannten Orden des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat.

Hitler nutzte das Reichstagsfeuerdekret, um Tausende von Kommunisten zu verhaften und alle kommunistischen Veröffentlichungen zu verbieten. Die Kommunistische Partei war verboten und durfte an den Wahlen im März 1933 nicht teilnehmen (die Kommunistische Partei hatte bei den Wahlen im Jahr 1932 17% der Stimmen erhalten).

Ohne kommunistische Opposition erhielt die NSDAP bei den Wahlen im März 1933 44% der Stimmen. Die deutsche Volkspartei, die die NSDAP unterstützte, erhielt 8% der Stimmen. Dies gab Hitler eine Mehrheit im Reichstag.

Mit der Mehrheit im Reichstag konnte Hitler das Ermächtigungsgesetz vom 23. März 1933 verabschieden. Das Ermächtigungsgesetz gab Hitler die Befugnis, für einen Zeitraum von 4 Jahren Gesetze unabhängig vom Reichstag zu verabschieden. Dies machte ihn effektiv zum Diktator von Deutschland.

Im Juli 1933 wurden Marinus van der Lubbe, Ernst Torgler, Georgi Dimitrov, Blagoi Popov und Vassil Tanev wegen Brandstiftung angeklagt und versuchten, die Regierung zu stürzen. Van der Lubbe, der das Verbrechen gestand, wurde für schuldig befunden, aber die anderen wurden freigesprochen, da es nicht genügend Beweise gegen sie gab. Marinus van der Lubbe wurde am 10. Januar 1934 enthauptet.

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