Kriege

NS-Deutschland - Münchner Bierhalle Putsch

NS-Deutschland - Münchner Bierhalle Putsch

Nach der Abdankung Kaiser Wilhelms und der Niederlage im Ersten Weltkrieg war die Regierung der neuen deutschen Weimarer Republik gezwungen, die Bestimmungen des Vertrags von Versailles zu akzeptieren, der die Zahlung von Reparationen an die Verbündeten in Höhe von 6.600.000.000 beinhaltete.

Die Rückzahlungen führten zu einer Abwertung der deutschen Mark gegenüber Fremdwährungen und zu einer Hyperinflation in Deutschland. Als Deutschland 1923 in Zahlungsverzug geriet, besetzte Frankreich das deutsche Ruhrgebiet.

Hitler war der Ansicht, dass der Zeitpunkt für den Sturz der Regierung durch die nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) gekommen sei.

Am 8. November befahl Hitler mit Unterstützung anderer sozialistischer Fraktionen und des ehemaligen Ersten Weltkriegs-Generals Ludendorff 600 seiner Sturmtruppen unter dem Kommando von Herman Göring, eine Bierhalle in München zu umzingeln, in der der konservative Politiker Gustav von Kahr eine Rede vor 3000 hielt Menschen. Anwesend waren auch der örtliche Armeekommandeur Lossow und der bayerische Polizeipräsident Seisser. Gegen 20.30 Uhr betrat Hitler die Halle, setzte sich auf einen Stuhl und schoss mit einer Pistole in die Decke. Er verkündete der Menge, dass die Revolution begonnen hatte, und befahl dann von Kahr, Lossow und Seisser in einen Nebenraum. Nach ungefähr zehn Minuten kehrte die Gruppe in die Halle zurück und Hitler gab bekannt, dass er die Unterstützung aller drei Männer hatte. Am Ende des Treffens plante Hitler sofort die Übernahme Münchens. Von Kahr, Lossow und Seisser gingen direkt zu den Behörden.

Am nächsten Morgen marschierten Hitler und 3.000 Nazi-Anhänger in München ein. Es stellte sich jedoch bald heraus, dass die Behörden alarmiert worden waren, als sie auf eine Straßensperre stießen, die von 100 bewaffneten Polizisten besetzt war. Bei Schüssen wurden 16 Nazis und vier Polizisten getötet. Sowohl Hitler als auch Göring wurden verletzt und rannten in Deckung. Andere Nazis rannten ebenfalls. Ludendorff marschierte jedoch weiter, er bezeichnete Hitler später als Feigling und weigerte sich, mit ihm etwas mehr zu tun zu haben.

Hitler wurde am 12. November verhaftet und des Verrats angeklagt. Er wurde bei seinem Prozess im Februar 1924 für schuldig befunden und zu fünf Jahren Haft verurteilt. Im Gefängnis schrieb Hitler sein berühmtes Buch Mein Kampf.

Dieser Beitrag ist Teil unserer Ressourcensammlung über Nazideutschland. Klicken Sie hier für unsere umfassende Informationsquelle zu Gesellschaft, Ideologie und Schlüsselereignissen im nationalsozialistischen Deutschland.