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Fünf absurde Mythen über das Mittelalter

Fünf absurde Mythen über das Mittelalter

Das Mittelalter ist voller historischer Mythen. Viele Historiker machen dies auf den Aufstieg des Humanismus und der Renaissance-Bewegung zurück. Beide kulturellen Veränderungen ermutigten die Gesellschaft, angewidert auf das Mittelalter zurückzublicken. Die gotische Architektur des Mittelalters wurde zu Beginn der Neuzeit aufgegeben und durch die klassische griechische und römische Architektur ersetzt. Mit anderen Worten, alles, was das Mittelalter betraf, wurde als vulgär, geschmacklos und altmodisch angesehen.

Hier sind einige der absurdesten Mythen und Missverständnisse über das Mittelalter, an die viele Menschen bis heute glauben.

Jeder roch wirklich schlecht

Der Mythos: Das Baden war den Leuten egal. Die Bauern waren völlig schmutzig und rochen nach toten Kadavern. Die Oberschicht badete nur ein- oder zweimal im Jahr.

Die Wahrheit: Öffentliche Saunen und Bäder waren im Mittelalter weit verbreitet. Sie gaben den Menschen die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und sich zu erfrischen. Die Stadt Bath in England war wegen ihrer natürlichen heißen Quellen ein heiliger Ort. Menschenmassen kamen aus allen Teilen des Landes, um sich aufzuwärmen und sauber zu werden.

In den meisten Londoner Bordellen mussten sich die Gäste waschen, bevor sie zur Arbeit gingen. Es galt auch als gut, sich vor dem Essen die Hände zu waschen. Reiche Menschen tauchten in Wannen mit erhitztem Wasser ein, während die Unterschicht regelmäßig Spuckbäder nahm. Gutes Riechen galt als heilig, während schlechte Gerüche mit Sünde in Verbindung gebracht wurden. Die Menschen im Mittelalter taten also definitiv, was sie konnten, um frisch zu bleiben.

Viele Experten glauben, dass dieser Mythos durch den Schwarzen Tod entstanden ist, der Europa im 14. Jahrhundert traf. Einige Ärzte glaubten, dass das Baden die Poren Ihres Körpers öffnen und schlechte Keime einbringen würde, und rieten daher davon ab.

Die Menschen glaubten, die Erde sei flach

Der Mythos: Jeder im Mittelalter glaubte, dass die Erde flach sei, und die Kirche lehrte es als strenge Lehre.

Die Wahrheit: Es gibt absolut keine Aufzeichnungen, die die Lehren der Kirche über eine flache Erde im Mittelalter belegen. Es war eine bekannte Tatsache, dass die Welt eine Sphäre war und von der Mehrheit der Gelehrten allgemein akzeptiert wurde.

Sogar die Armen und Ungebildeten wussten, wie rund die Erde war. Könige benutzten eine Kugel als Symbol für ihre irdische Kraft, die sie in der linken Hand hielten, während sie auf ihren Thronen saßen. Diese Symbolik würde keinen Sinn ergeben, wenn sie nicht glaubten, die Welt sei rund.

Die romantisierte Vorstellung, dass Christoph Kolumbus auf einer mutigen Reise, der sich die Kirche widersetzt, eine runde Erde entdeckt hat, ist nichts weiter als ein Mythos. Es wurde 1827 von einem Schriftsteller namens Washington Irving geschaffen. Er wurde beauftragt, einen Roman über das Leben von Columbus zu schreiben, stellte jedoch schnell fest, dass der Forscher sich in Bezug auf die Größe der Erde geirrt hatte. In dem Versuch, eine heroischere Geschichte zu erzählen, kam Irving auf die Idee, dass die mittelalterliche Kirche eine flache Erde predigte.

Enthauptungen und Verbrennungen für alle

Der Mythos: Die mittelalterliche Kirche verbrannte Tausende von Frauen, weil sie „Hexen“ waren, und Enthauptungen waren ein üblicher Weg, mit gewöhnlichen Kriminellen umzugehen.

Die Wahrheit: Die "Witch Fad" ist im Mittelalter nicht vorgekommen. Die Begeisterung erreichte ihren Höhepunkt im 16. und 17. Jahrhundert und gehört damit zur frühen Neuzeit. Vom 5. bis 15. Jahrhundert lehrte die Kirche gegen die Existenz von Hexen und schalt Menschen, die an sie glaubten. Die Kirche war nach dem Ende der Schwarzen Pest in den Hexenwahn verwickelt. Und selbst dann wurden Hexen normalerweise gehängt und nicht verbrannt. Das Brennen war populären Fällen vorbehalten.

Was Enthauptungen betrifft, so war nur die Französische Revolution Zeuge derartiger Enthauptungen. Im Mittelalter war die Enthauptung den schlimmsten Verbrechern vorbehalten. Es war keine saubere oder effiziente Art, die Tat zu vollbringen, daher waren die gewöhnlichen Kriminellen in der Regel davon ausgenommen.

Ritter waren die ehrenwertesten und ritterlichsten Männer

Der Mythos: Ritter waren tapfere und höfliche Krieger. Sie traten für die Unschuldigen ein und töteten die Bösen.

Die Wahrheit: Die meisten Ritter waren junge Männer mit hohem Testosteronspiegel, und wenn sie nicht in einem Krieg kämpften, richteten sie Chaos auf die örtliche Bevölkerung. Gegen Ende des 11. Jahrhunderts setzten lokale Herren diese Ritter ein, um um Land zu kämpfen, was zur Schlachtung ganzer Dörfer führte. Als die Kirche dieser Konflikte überdrüssig wurde, befahl sie dem Ersten Kreuzzug, diese jungen Männer in Richtung Mittlerer Osten zu zwingen, wo sie die gesamte Bevölkerung Jerusalems massakrierten.

Keuschheitsgürtel

Der Mythos: Ritter hüllten ihre Frauen in Keuschheitsgürtel, wenn sie in den Krieg zogen.

Die Wahrheit: Dies ist nichts weiter als ein Mythos, der den Begriff der Ritterlichkeit „romantisieren“ soll. Eigentlich ist der Keuschheitsgürtel nicht einmal eine mittelalterliche Erfindung - Keuschheitsgürtel wurden erstmals in der Renaissance hergestellt.